THORNGOTH "Rauhnacht" (2008)

1. Curse Them
2. Kill For Paradise
3. Schiachperchten
4. Der Wanderer
5. Nihilistic Visions
6. Salvation In Silence
7. Abgrund
8. Still, Von Ewigkeit

(46:14/ Folter Records)

Thorngoth haben den Wechsel von Northern Silence Productions zu Folter Records ohne grosses Tamtam über die Bühne gebracht und präsentieren sich auf dem neuen Album in Bestform und gewohnt ohne Schickschnack und doppelten Boden. "Rauhnacht" ist im Vergleich zum sehr starken Vorgänger "Thelema Of Destrcution" basischer ausgefallen, reduzierter, ohne vom Kurs abzuweichen. Thorngoth stehen schlicht und einfach für puren, zeitlosen Black Metal. Natürlich geht es wie immer nicht ganz ohne irgendwelche Vergleiche, so erinnert beispielsweise das schnelle "Kill For Paradise" hinsichtlich der Gitarrenläufe während den Blasts an selige Marduk-Zeiten, an anderer Stelle schauen die ganz alten Dark Funeral hervor, natürlich in viel roherem Klangbild als heutzutage, während sich "Der Wanderer" als zäher Koloss von monströser Schönheit erweist, zuweilen fast Burzumeske Hypnose aufbauen kann, um dann unvermittelt mit eiskalten Melodien und einer pechschwarzen Stimmung zu begeistern und förmlich mitzureissen. Generell ist dies eines der Kernpunkte, warum mich "Rauhnacht" total überzeugt: Finstere Melodien und greifbare Düsternis strömt von den 8 Stücken aus, Gitarrenläufe, für die grosse Formationen, die längst nur noch ein Schatten ihrer selbst sind, töten würden. Hinzu kommt der geifrige, heisere Gesang, der seine giftigen, zuweilen hasserfüllten, zuweilen spirituell-tiefgründigen Verse mit Vehemenz herausschreit; "Schiachperchten" ist gar in bayerischer Sprache gehalten. Trotz ihrer simplizistischen Grundausrichtung sind Stücke wie "Nihilistic Visions" oder das tempomässig variiert gehaltene "Abgrund" spektakulär, kraftvoll und berührend. Thorngoth ist nicht nur eine kleine Flamme, sondern eine lodernde Feuersbrunst.

Line-Up: Akhorahil (Gesang, Synthesizer), Sorath (Gitarre), Corpse (Bass), Bulwvai (Schlagzeug)

8,6/ 10