RÊX MÜNDI "IHVH" (2011)

1. J'imagine (Be-Reshit)
2. Naphtali
3. The Flesh Begat
4. Pious Angels (Sefer Seraphim)
5. Patrimoine Génetique
6. Bloodline Imagery (Achieving Synthesis With Hokhmah)
7. Raising My Temples

(49:49/ Debemur Morti Productions)

Man gibt sich mysteriös. Niemand weiss, wer hinter den Pseudonymen bei Rêx Mündi steckt, es ist sogar unbekannt, wer für welches Instrument verantwortlich zeichnet. Der Fokus liegt klar auf der Musik bzw. dem übergeordneten Konzept. Musikalisch pendelt der französische – wie könnte es auch anders sein – Vierer zwischen straighter Black Metal-Manier, deren schleppende Momente stellenweise von Secrets Of The Moon stammen könnten, und progressiven, eigenständig bis schrägen Schüben, die eine neue Form der Dunkelheit zeigen. Zwischen majestätischer Gelassenheit und frostklirrendem Geballer ist alles vorhanden, und allein schon das eröffnende „Naphtali“ zeigt die kompositorische Spannweite von Rêx Mündi perfekt auf; „Pious Angels (Sefer Seraphim)“ gerät mit orientalischen Psalmen zu Beginn und zeremoniellem Grundcharakter zum religiösen Manifest, das finale „Raising My Temples“ schliesslich zementiert den Status der Franzosen und rückt sie in die Nähe von orthodoxen Kapellen wie Ascension. Unglücklicherweise liegt mir kein Textblatt vor, hätten mich doch die Verse Rêx Mündis brennend interessiert. Mir stellt sich nur die Frage, wie man so einen klinischen Drumsound auf dem Album belassen konnte. Trotzdem: Rêx Mündi sind authentisch, ernsthaft, spirituell, eigen, aber nicht zu verschroben und haben damit das Potenzial, dem Untergrund zu entwachsen, so denn die Band hehre Ziele verfolgt, wovon ich allerdings ausgehe. Und auch wenn Teile des Materials auf „IHVH“ aus dem bandeigenen Demo-Fundus stammen, wurde doch mit diesem Werk dem Tempel Rêx Mündis ein würdiger Grundstein gelegt. Auf das noch Vieles von dieser philosophisch-okkultistischen Truppe zu vernehmen sein wird!

Line-Up: Metatron, Seraphiel, Nathanael, Chamiel

8,4/ 10