MOONFROST "Starfall" (2011)
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1. Starfall |
| 2. Chaos Within | |
| 3. Torrent Of Hatred | |
| 4. Unveiling The Dark | |
| 5. Ignorance | |
| 6. Cleanse | |
| 7. Cosmic Winter |
(49:13/ Gravity Entertainment)
Lange hat es gedauert, nun ist es endlich da, das zweite Album von Moonfrost. "Starfall", so der klingende Titel, führt einerseits den Weg des Debüts "...Towards The Twilight Realm" deutlich hörbar fort, beschreitet aber auch neue Pfade. Die Elemente, die Moonfrost von jeher ausgemacht haben, sind verstärkt, punktiert und prägnant vorhanden, ergänzt um neue Dimensionen. So finden sich dezente, fragile Synthies, welche den zahllosen Gitarrenmelodien - in bester nordischer Manier - noch mehr Tiefe verleihen. Überhaupt ist der bewusste Kontrast zwischen wirklich tiefkalten aggressiven Momenten, Ausflüge in melodische Gefilde - man höre das exzellente Saitensolo im eröffnenden Titeltrack - und ruhigen, fast zerbrechlichen Momenten sehr ausgewogen, sehr gut gesetzt. Moonfrost spielen einerseits klassischen Black Metal, wobei der grösste Einfluss (alte) Ulver nicht mehr so omnipräsent ist, fahren auf der anderen Seite aber auch ihre ganz eigene Schiene, wie am originellen Drumming von Thorn, der viele überraschende Breaks in sein Spiel einbaut und vor allem aus der Hi-Hat-Arbeit das Maximum herausholt, sowie der teilweise anspruchsvollen und komplexen Gitarrenarbeit - wie in "Torrent Of Hatred" - gut erkennbar ist. Dem Konzept des Albums entsprechend, ist die Produktion sehr kalt und giftig geworden, lässt den einzelnen Instrumenten aber ihren Platz, so dass auch feine Nuancen wie das Zusammenspiel cleaner und verzerrter Gitarren gut zur Geltung kommen. Die immer wieder aufgefahrenen monumental grossen, bösartig-schönen Melodien - in "Starfal", "Unveiling The Dark" (!), "Ignorance" (geile Effekte auf den Gitarren!) und "Cleanse" (!!) beispielsweise - sind das Sahnehäubchen auf den durchwegs gelungenen Kompositionen. Nicht zuletzt soll noch auf den stark verbesserten, ausdrucksstarken Gesang hingewiesen werden. Das Aufzeigen des menschlichen Totalversagens und Fehlverhaltens auf diesem Planeten, das dekadente Wesen unserer Spezies sowie die Utopie eines reinigenden Chaos in Form kosmischer Zerstörung und sämtliche damit einhergehende Emotionen wie Hass, Frustration, Ablehnung, Trauer, Resignation und Angst wurden musikalisch greifbar umgesetzt. Es ist eine Freude, dass Moonfrost wieder auf der Bildfläche erschienen sind, und man darf hoffen, dass nach diesem Ausrufezeichen in naher Zukunft vermehrt mit dieser Band gerechnet werden muss.
Line-Up: .ven (Gesang), Ark (Gitarre, Bass, Synthesizer), Thorn (Schlagzeug)
8,6/ 10