METAL MESSAGE VOL. 4 (Sampler) (2007)

1. Gjenferdsel: Svik
2. Forefather: Engla Tocyme
3. Tharaphita: Lidsetel Sünkjatel Radadel
4. Galar: Hugin Og Munin
5. Oakenshield: Ginnungagap
6. Irminsul: Vinterskald
7. Slechtvalk: On The Eve Of Battle
8. Folkearth: The Riding Of The Queen Boudiccea
9. Alkonost: Darkness
10. Theudho: The Journey To Lyngvi
11. Slartibartfass: St. Cutbhert
12. Skyforger: A Crested Bird Sings
13. Sirocco: Forsaken Shores

(72:40/ Metalmessage)

Alles wird besser, Valser Wasser bleibt gut. So oder ähnlich lautete mal ein Werbeslogan vor einiger Zeit. Selbiges lässt sich auch über die Sampler-Reihe sagen, die Metalmessage bzw. ihr Macher Markus Eck mit kontinuierlicher Regelmässigkeit unters Volk bringen. Die vierte Ausgabe birgt neben der wie immer ansprechenden Optik - auch das in Grüntönen gehaltene Booklet gefällt mir - neben dem wie immer sehr schön gestalteten, detailreichen Cover - sehr - das eine oder andere Schätzchen und zudem einen guten Überblick über die momentan relevanten Bands der explodierenden Pagan/ Viking/ Folk/ Wald Metal-Szene. "Metal Message Vol 4" beinhaltet neben ca. zwei Ausnahmen ein rein Pagan-orientiertes Line-Up, allerdings ist die Qualität beinahe durchgehend gut bis sehr gut. Klasse statt Masse, nicht wie es im Pagan/ Viking Metal momentan üblich ist, umgekehrt... der Auftakt der Norweger Gjenferdsel ist eindeutig schwarzmetallisch gefärbt, mit klasse frostigen Leads und aggressivem Tempo. Der Beitrag von Forefather ist einer meiner Favoriten, schön episch, melancholisch, mit Bathory-mässigen "Ahaha"-Chören und einer grossen Portion Pathos. Die Esten Tharaphita spielen klassischen Pagan Metal inklusive akustischen Gitarren, grossen Melodien und einem Flair für treibende Riffs. Allerdings geht ihnen etwas die Eigenständigkeit ab - wenngleich mir der Song gut gefällt -, die dann wiederum bei Galar zutage tritt, deren aktuelles Album "Skogsvad" besten, rohen, naturbelassenen Pagan Metal mit genialem Songwriting bietet. Oakenshield sind mir persönlich zu keyboardlastig, ausserdem nervt der Drumcomputer und das synthetische Geflöte gewaltig. Eine erhabene Stimmung vermag der Song irgendwie aber trotzdem aufzubauen, während Irminsul etwas in Richtung alte Summoning gehen und nicht nur LotR-Fans ansprechen dürften, sehr urban jedenfalls, das Ganze, der Song leidet aber etwas unter der schlechten Produktion, dafür ist der Chorus 1A. Die Holländer Slechtvalk zocken geilen melodischen Black Metal im Stile von Anorexia Nervosa, allerdings ist mir ihre christliche Ausrichtung ein ziemlicher Dorn im Auge. Folkearth bestehen aus unzähligen Musikern aus über zehn Ländern und machen damit ihrem Namen alle Ehre. Auch musikalisch bieten sie ein Sammelsurium aus bekannten Elementen mit tanzbarer Note und fetten Melodien, aber auch nachdenklichen Momenten. Negativpunkt ist einmal mehr der Drumcomputer. Bei den Russen Alkonost, die Texte in der Landessprache verwenden (auch einer meiner Favoriten auf dem Sampler), geht es dann wieder bombastischer und schwarzmetallischer zu, als Haupteinfluss wären neben Bathory auch frühe Dimmu Borgir zu nennen. Akustische Abschnitte sorgen für Abwechslung und Besinnung. Gefällt! Theudo wandeln dann wieder auf eher gemässigt-folkigen Pfaden, inklusive tirillierendem Frauengesang, während die Deutschen Slartibartfass (irgendwie ulkiger Name) mit Dudelsäcken und Getrommel aufmarschieren und auf jedem Konzert abgehen dürften wie ein Zäpfchen. Dicke Produktion, geile Hooks und heiserer Keifgesang. Skyforger präsentieren sich anschliessend in rein akustischem Gewand, es dominiert melancholischer, aber ausdrucksstarker lettischer Männergesang, sehr folkig-traditionell also. Den Abschluss bilden Sirocco, die es eher folkrockig angehen und sich durch kraftvollen, fast schon True Metal-mässigen Gesang, klassische Soli und feines Riffing auszeichnen.
Fazit? Besitzer von Vol. I, II oder III dürfen blind zugreifen, und Pagan und Viking Metal-Fans kommen voll auf ihre Kosten, zumal ihnen etwas anderes geboten wird als der Ensiferum/ Finntroll/ Turisas-Müll, der momentan die Szene zuschwemmt. Wertige Kost aus dem Hause Metalmessage also - wie immer.

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