METAL MESSAGE VOL. 3 (Sampler) (2006)

1. Mistur: Skoddefjellet
2. Lost Legacy: Lost Legacy
3. Eluveitie: Your Gaulish War
4. Finsterforst: Schatten Der Nacht
5. Thiasos Dyonisos: Heidrun
6. Episode 13: Forlorn... Till Dawn
7. Hatred Divine: Sorrowfields Under The Ravensun
8. Kromlek: Kromlek
9. Hordak: Silvano, Senor De Los Bosques
10. Heiden: Polarni Den
11. Arafel: Wrong Future
12. Legion Of Darkness: Forgotten Path To My Salvation
13. Demonic Resurrection: Spirits Of The Mystic Mountains
14. Trollech: Volam Do Lesu

(76:24/ Metal Message)

Mit schöner Regelmässigkeit trudelt ein feiner Sampler aus dem Hause Metal Message bei mir ein. Und auch diesmal setzt Macher Markus Eck volle Kanne auf den Untergrund und hat das Spektrum bis nach Indien, Israel und die Türkei erweitert. Das gewohnt schöne Coverartwork rundet auch diesen Sampler zu einem hochklassigen, kurzweiligen Vergnügen für Entdecker von Bands ab, die noch keinen wirklich grossen Bekanntheitsgrad besitzen (Ausnahmen wie Eluveitie mal ausgenommen), die es aber verdienen, erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen. Die Songs im Schnelldurchlauf:
Die Norweger Mistur haben sich ganz dem schwer symphonischen Black Metal verschrieben, der mit einigen klasse Melodien aufwartet, allerdings im Endeffekt noch zu uneigenständig daherkommt. Die zweistimmigen Leadgitarren wissen allerdings zu gefallen, der Sound könnte insgesamt gesehen aber noch eine Ecke druckvoller aus den Boxen schallen. Lost Legacy sollten dem einen oder anderen schon bekannt sein, und ihre kraftvolle Mixtur aus Black, Viking und Pagan Metal weiss auf Anhieb zu überzeugen, da hier statt Kitsch und Pomp die Tiefgründigkeit und Härte im Vordergrund steht, untermalt von einer heiser keifenden Stimme. Eluveitie, die Vertreter aus der Schweiz, schleudern dem Hörer dann in gewohnter Manier ihren spirituellen Celtic Pagan Metal um die Ohren, mit ergreifenden Momenten, Intensität und purer kreativer Eigenständigkeit inklusive folkloristischer Instrumente. Eine Band, die zu Recht da steht, wo sie eben steht. Bei Finsterforst und ihrem überlangen (hier allerdings geschnittenen) Epos "Schatten Der Nacht", das übrigens zu keiner Sekunde langweilig wird, steht dann aggressiver, gleichfalls hymnischer Viking Metal mit leichten Turisas-Anleihen auf dem Programm, der vor allem durch das breite Spektrum der Band überzeugt, während Thiasos Dyonisos dann mir persönlich schlicht und einfach zu fröhlich und belanglos sind - tut mir leid, aber der Pagan Metal braucht nun mal dringend neue Impulse, und die werden hier nicht geliefert. Ganz anders dagegen die exotischen Vertreter aus der Türkei, Episode 13, die starken Black Metal mit melodischem Einschlag zocken und deren Produktion einer europäischen in nichts nachsteht, und der geifrige Gesang ist auch vom Allerfeinsten, wie die diffuse, spezielle Atmosphäre des Songs im Allgemeinen. Etwas progressiver gehen Hatred Divine zu Werke, vermögen aber durch Anspruch und kompositorischer Klasse auf ganzer Linie zu überzeugen (Review des Albums "Blindfolded Eyes gibt es hier), Kromlek hingegen fahren die Schiene des sehr rohen, mit Humppa-Parts angereicherten Viking Metal, der sich allerdings durch den variablen und aggressiven Gesang von Finntroll und Konsorten abgrenzt, während die Spanier Hordak sehr pathetisch zu Werke gehen und die südländischen, klassisch-metallischen Einflüsse jederzeit erkennbar sind, vor allem hinsichtlich der natürlichen (?) Instrumente. Schwarzmetallischer geht's bei den tschechischen Heiden zu und her, die schön frostig klirrend aus dem Unterholz daherrasen und eine ganze Schippe Hass in ihre Musik legen, und der Gesang in der Muttersprache sorgt für den nötigen östlichen Anstrich. Arafel, die Vertreter aus Israel, haben sich eine kraftvolle Mischung aus opulenten Keyboard-Melodien (meistens klassisch erklingend), saftigen Gitarren mit Heavy Metal-Einflüssen und entfesseltem Kreischgesang auf die Fahne geschrieben, die allerdings stellenweis etwas wirr und überladen wirkt und deren offensichtliche Vorbilder die Norweger Emperor sind, Legion Of Darkness präsentieren ihren mit eher mässig gelungenen Chören unterlegten Black Metal zu kraftlos und unspektakulär, und das viel zu laute und übersteuerte Schlagzeug (oder besser gesagt Drumcomputer) nervt auch. Zum Abschluss geben die Inder Demonic Resurrection furios mit 50% Sympho-Black Metal und 50% Power Metal inklusive Grunzgesang und erhabenen Refrains und Trollech aus Tschechien mit rasendem, urprimitivem Schwarzstahl noch einmal Vollgas.

Fazit: Auch Vol. 3 ist seinen Preis absolut wert, und vor allem Underground-Spurhünde werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Und geeignet für den folgenden Festival-Sommer oder lange Fahrten im Winter ist die Scheibe sowieso.

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