METAL MESSAGE VOL. 1 (Sampler) (2005)

1. Saruman: Black Horizon
2. Svarrogh: Siromashkite Izvori
3. Daemonlord: Through The Portal Of Time
4. Ulvhedin: Ulvhedin
5. Nomans Land: Triumph Of Winter
6. Bloodfeast: Tears Under My Mask
7. My Cold Embrace: Melatonin
8. Carved In Stone: Heldentod
9. Cerberus: Flames In The Black Sky
10. Uhrilehto: The Last Grieving Farewell
11. Saxorior: Expiation
12. Lunar Aurora: Der Abend

(57:30/ Metal Message)

Eins vorneweg: Ich bin nicht der grösste Fan von Sampler, denn nur zu oft wird einem bereits satt Bekanntes in schlichtem (man könnte auch sagen, langweiligen) Layout präsentiert. Die vorliegende Scheibe des Webzines Metalmessage unterscheidet sich aber grundsätzlich von den eben genannten Merkmalen. Zum einen besticht sie durch ein exquisites, professionelles, liebevoll und schön anschauendes Cover & Booklet, in dem sich zu jeder Band die nötigsten Informationen finden. In dieser Form fühlt man sich von einem Sampler auch gleich angesprochen und ist eher bereit, der Musik zu lauschen. Und auch hier bietet sich dem Hörer einiges: Markus Eck, der Macher der Scheibe, hat Bands aus dem tiefsten Underground ausgegraben, die den wenigsten bekannt sein dürften. Da wären zum Beispiel die eröffnenden Saruman, deren Song "Black Horizon" old-school-Death-Metal-mässig beginnt und sich in der Folge in einen kalten Black Metal-Hammer mit düsteren Streichermelodien und einer klagenden, schaurigen Frauenstimme verwandelt. Oder die Bulgaren von Svarrogh, deren Black Metal in bester (alter) Dark Funeral-Manier aus den Boxen schallt und durch den aggressiven, nicht zu hohen Kreischgesang, manchmal unterbrochen durch gesprochene Abschnitte, die starke, melodiebetonte Gitarrenarbeit sowie durch sensationelle akustische Parts mit klarem Gesang, die einen folkigen Einschlag haben und eine wohlige Gänsehaut bescheren, überzeugt. Ein Highlight des Samplers, dem noch viele weitere folgen. Daemonlord aus Spanien zum Beispiel, die sich dem ultrarohen, primitiven Black Metal verschrieben haben, der nur einen etwas eigenständigeren und kräftigeren Gesang vertragen könnte. Ulvhedin aus Norwegen sind bereits etwas bekannter, und ihr eingängiger, manchmal etwas an Thyrfing erinnernder Viking/ Black Metal geht gut ins Ohr, wobei die epischen Melodien und die sehr eigenständige Akzentuierung von Sänger John Lind die Markenzeichen der Band sind. Ausserdem knallt die Produktion ohne Ende. Nomans Land aus Russland sind schwer im Kommen und dürften richtig gross werden, denn ihre Mischung aus Viking und Pagan Metal, oftmals mit einem fröhlichen Anstrich und immer mit unzähligen östlichen Melodien gehört zu dem Besten aus diesem Genre, das mich in letzter Zeit ereilt hat. Auf diese Russen müssen wir ein Auge werfen... Mit Bloodfeast folgt der schwächte Teilnehmer, denn der stumpfe Death Metal mit Gurgel-Vocals des Quartetts wirkt stellenweise ziemlich uninspiriert, und der Stop-And-Go-Teil am Anfang ist auch nicht wirklich gelungen. Schon besser ist der ruhige Abschnitt, der einige moderne Facetten der Band zeigt. Steigerungsfähig. Mit My Cold Embrace wird dann die Melo-Death-Fraktion bedient, und in der Tat hat die Band einen satten Drive und ihre an ältere Children Of Bodom (allerdings etwas progressiver)  erinnernde Mucke macht gleich einen Heidenspass und eignet sich hervorragend zum Abgehen. Blastbeats und brutaler Gesang gehen Hand in Hand mit frickeligen und verspielten Melodien. So muss moderner Melodic Death Metal klingen! Carved In Stone ist sicherlich die extravaganteste Band auf dem Sampler, die mystischen Neofolk bietet, eine Frauenstimme singt zu akustischen Gitarren mit wohltönender Stimme von unseren Ahnen. Ein schöner Kontrast zum Rest des Programms. Dann folgt ein weiterer Hammer: Cerberus. Die folgenden Minuten sind bestimmt von klirrenden, berstenden  Gitarren, entfesseltem Kreischgesang und fast greifbarem Hass, und diese Band gehört mit zum Besten, das der deutsche Underground zur Zeit zu bieten hat. Keyboads sucht man hier jedenfalls zu Recht vergebens. Geil, nur geil, da kann man einfach gar nicht anders, als das Haupthaar schwingen zu lassen! Schwarzmetallisch geht's weiter mit den Finnen Uhrilehto, die allerdings etwas mehr Atmosphäre und Melodie in ihre Musik einfliessen lassen und einen obskuren Anstrich haben und sehr eigenständigen Sound bieten. Erhaben vorwärts trabend, stellen die Finnen einen weiteren Höhepunkt auf dem Sampler dar. Saxorior gehören wie Ulvhedin zu den etwas bekannteren Bands, die mit Midtempo-Gestampfe (wechselnd zu schleppenden Blastbeats), altertümlichen Melodien und einer heiseren Keifstimme überzeugen, wobei öfters mal eine gelungene Thrash-Schlagseite zu verzeichnen ist. Dabei sind die Mittel der Band und die Gestaltung des Songs relativ simpel, erzielen aber eine maximale Wirkung. Beschlossen wird der tolle Sampler mit einem Epos von Lunar Aurora, die eine einzigartige Mischung aus Black Metal und Ambient bieten, die eine wahre Achterbahn der Gefühle durchmacht und eine ganz spezielle Eigenart besitzt. Ausserdem versprühen sie eine nahezu greifbare Kälte und laden ein, in eine andere Welt einzutauchen. Ein super Abschluss eines verdammt geilen Samplers!

Was bleibt also abschliessend als Konklusion zu sagen? Nun, ich kann jedem Fan von undergroundigem Metal "Metal Message Vol. 1" nur wärmstens ans Herz legen und des weiteren raten, mal die eine oder andere Band anzutesten - es lohnt sich!

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