COILCRY "Music For The Ugly People" (2010)

1. A Star Avoids The Light
2. Sleepless Sleepwalking
3. No Rest
4. My Girlfriend Is A Jesusfreak
5. Way To End
6. Wrapped Up Soul
7. Drinking Keeps Me From Drowning In This Desert Called Life
8. Freezing Sun

(39:52/ Eigenproduktion)

Sie sitzen musikalisch nach wie vor zwischen allen Stühlen und verweigern sich konsequent jeglicher Kategorisierung, haben aber in ihrer eigenen Nische deutlich an Boden gewonnen. Zeugen einer längeren Entwicklungsperiode sind neben einigen Besetzungswechseln (u.a. eine Aufstockung auf zwei Gitarristen) die vorliegenden 8 Songs. Von knallhart Thrashigem über gepflegt Groovendes bis zu radiotauglich Balladeskem ist auf "Music For The Ugly People" alles vorhanden, die Mischung wirkt aber keineswegs erzwungen, sondern komplett natürlich und erfrischend, wie auch der augenzwinkernde Albumtitel in Verbindung mit dem Spiegel als Cover verdeutlicht. So kann bei "A Star Avoids The Light" und "My Girlfriend Is A Jesus Freak" der Nacken in Anspruch genommen werden, während man beim Beginn von "Drinking Keeps Me From Drowning In This Desert Called Life" ungeniert das Feuerzeug in die Luft halten kann. "Way To End" und "Wrapped Up Soul" dagegen sind schicke Fussmitwipp-Rocker. Bemerkenswert ist der Spagat beziehungsweise die Kombination aus geilen Hooks und stoisch nach vorne gehendem Riffing. Diverse äußerst anmachende, teilweise bluesige Soli veredeln das Material, das von allen Beteiligten gleichermaßen lebt: Hier das hörbar engagierte Drumming (das im Gesamtmix noch einen Tick hätte lauter gemacht werden dürfen), dort die meterdick bratenden Gitarren, die auch vor gefühlvollem Weeping nicht zurückschrecken, da der fett pumpende Bass, der mit originellen Läufen glänzt, und zuletzt Alex' charakteristisches, Booze- und Dope-geschwängertes Organ, bei dem man die Inbrunst deutlich spüren kann (weswegen man auch den einen oder anderen nicht sauber getroffenen Ton verzeihen mag) und das die gesamte Palette von wütendem Brüllwürfel bis zum einfühlsamen Rocksänger alles abdeckt. Die Paten: Machine Head, Pantera, Down, Black Label Society. Der Stil: Groovy Southern Thrash Rock Metal for Boys'n'Girls. Anmerkung: Darf auch von nicht-hässlichen Leute gehört werden.

Line-Up: Alex Büche (Gesang), Sandro Gysin (Gitarre), Joachim Lötscher (Gitarre), Dominique Aneschi (Bass), Dave Horstmann (Schlagzeug)

8/ 10