Interview mit Gitarrist Necrodaemon von BLOODY BLASPHEMY
by Boris W.
Hails
Necrodaemon und danke vielmals für das Interview, find’s immer wieder geil,
wie offen Bands für solche Anfragen sind!
Taste
Of Black: Zuerst einmal,
wie weit seid ihr mit den Aufnahmen zum neuen Demo „Black Spells“?
Necrodaemon:
Also die Aufnahmen des neuen Demos "Black Spells" sind fast fertig,
wir haben soeben alle Songs aufgenommen, nun müssen wir sie nur noch mastern
und dann die CD pressen lassen. Am 18.9. ist dann ja schon die Demotaufe.
Taste
Of Black: Das Demo wird
neben neuen Songs auch Neuaufnahmen vom ersten Demo „God Dethroned“
enthalten. Seid ihr rückwirkend unzufrieden mit der Scheibe und was hättet ihr
anders gemacht bzw. was habt ihr beim neuen Demo anders gemacht?
Necrodaemon:
Also erstens entspricht das heutige Line-up nicht mehr dem, wie es auf dem
ersten Demo war, folglich hört sich die ganze Musik der Band anders an, wie
dazumal, die Qualität der Aufnahme ist auch nicht so hervorragend. Zudem
gab‘s auf dem ersten Demo einige Koordinationsschwierigkeiten zwischen den Saiteninstrumenten und dem Schlagzeug, was nun nicht mehr der Fall ist. Die
alten Songs wollten wir nochmals auf das neue Demo mit drauf nehmen, weil wir
finden, dass es gute Songs sind und sie Teil der Bandgeschichte sind.
Taste
Of Black: Wie waren die
Reaktionen auf das erste Demo „God Dethroned“?
Necrodaemon:
Ja, schwierig zu sagen, aber die Reaktionen waren gut, bis auf die Kritik am
Schlagzeug. Die meisten meinten, dass sich das Demo anhört, wie wenn es anno
’92 in Norwegen aufgenommen worden wäre.
Taste
Of Black: Was drückt der
Bandname Bloody Blasphemy aus?
Necrodaemon:
Ja, wies der Bandname schon sagt, blutige Blasphemie, eine Kampfansage gegen die
Christen.
Taste
Of Black: Was denkst du über
den Schweizer Black Metal? Gibt es überhaupt eine echte Black Metal-Szene in
der Schweiz?
Necrodaemon:
Ich finde, es gibt einige gute Black Metal-Bands in der Schweiz, jedoch gibt's
immer wieder Neider, die versuchen irgendwie Stress oder „Krieg“ anzufangen
und eine schlechte Atmosphäre schaffen wollen, aber diese lächerlichen
Individuen sind nur zu bedauern und zu verachten.
Ja,
also ich finde schon, dass es in der Schweiz eine Black Metal Szene gibt,
solange es Black Metal Bands und - Anhänger gibt, gibt‘s auch eine Szene, ob
nun gross oder klein. Schliesslich kommen ja z.B. Celtic Frost oder Samael,
Legenden im Black Metal - Sektor, auch aus der Schweiz.
Taste
Of Black: Was bedeutet
dein Pseudonym und wie bist du darauf gekommen?
Necrodaemon:
Ja, das Pseudonym beinhaltet ja Necro und Daemon, also im übertragenen Sinne
soviel wie Totendämon... Kann man allerdings verschieden interpretieren.
Taste
Of Black: Wer hatte die
Idee für das grenzgeniale Cover des ersten Demos?
Necrodaemon:
Ursprünglich kommt die Idee von Noctoculus und Reghrav.
Taste
Of Black: Du hast ja vor
Bloody Blasphemy bei Atritas gespielt. Was waren schlussendlich die Gründe,
dass es nicht geklappt hat und du ausgestiegen bist?
Necrodaemon:
Hm, ja das ist schwierig, da es auch schon lange her ist... Aber ich muss sagen,
dass es auf der musikalischen Ebene irgendwie nicht geklappt hat, persönlich
komme ich ja mit allen Bandmitgliedern von Atritas gut aus, und wir sehn uns
auch ab und zu mal.
Taste
Of Black: Atritas sind ja
eine Melodic Black Metal-Band, Bloody Blasphemy hingegen spielen True Black
Metal. Was denkst du über die ständige Diskussion um die Reinheit des Black
Metals?
Necrodaemon:
Wenn du so willst, ist Black Metal ja vom Ursprung her etwas Brachiales, etwas
nicht Schönes, roh und zerstörerisch. Das hat dann nichts mehr mit
musikalischem Können zu tun, sondern ist ein Ausdruck der negativen Gefühle,
des Hasses, usw. Alle reden ja vom True Norwegian Black Metal. Der Hintergedanke
dabei ist ja die Verachtung der christlichen Kirche, die einfach in ihr Land
eingefallen ist und ihre Kultur und Bräuche vernichtet hat, wie es die Kirche
ja überall macht. Reinen Black Metal gibt’s ja fast nicht mehr, da der
Hintergedanke nicht mehr der ist, wie damals, heute geht’s nur noch um die
musikalische Aussagekraft. Alles entwickelt sich irgendwie weiter, da werden
dann halt Keyboards eingebaut, die Orchester simulieren, und so weiter, aber das
muss nicht heissen, dass die Musik dann automatisch scheisse ist deswegen.
Entweder es gefällt, oder nicht, das ist für mich die Hauptsache. Alle diese
sinnlosen Diskussionen und Kämpfe sind für mich nur Poser-Getue.
Taste
Of Black: Welche sind
deine Meinung nach die wichtigsten Black Metal-Veröffentlichungen?
Necrodaemon:
Hm, also da gibt’s sehr viele, da der Black Metal ja heutzutage sehr
facettenreich ist, aber sicher sind mal die Veröffentlichungen von Bathory und
Darkthrone zu erwähnen, dann die ersten Alben von Emperor, Immortals „Pure
Holocaust“, dann von Setherial die „Nord“, Abigor „Nachthymnen“,
Dissection „Storm Of The Lights Bane“, undundund, es gibt ja noch so
viele...
Taste
Of Black: Was sind eure
Ziele, die ihr mit Bloody Blasphemy noch erreichen wollt?
Necrodaemon:
Grundsätzlich viel. Wir haben klar Träume, wer hat das nicht, aber wir
lassen’s mal auf uns zu kommen, Hauptsache Spass am Musik machen.
Taste
Of Black: Welches sind
eure wesentlichen Einflüsse?
Necrodaemon:
Also es ist so, dass jeder seine eigenen persönlichen Einflüsse hat. Diese
Einflüsse sind und bleiben aber persönliche Einfüsse, und haben wenig mit der
Band direkt zu tun. Die Musik machen wir immer noch selbst, die Summe der
einzelnen Mitglieder. Wir wollen nicht wie irgend eine andere Band tönen,
sonder etwas Eigenes hervorbringen.
Aber um ein paar persönliche Einflüsse zu nennen: z.B. Nargaroth, Darkthrone,
Mayhem (frühere), Hypocrisy, Setherial, Emperor, alte Bathory, Abigor,
Diabolical Masquerade...
Taste
Of Black: Was drückst du
durch das Corpsepaint aus? Ist Black Metal ohne Corpsepaint möglich?
Necrodaemon:
Also ich finde, dass das Corpsepaint ein fester Bestandteil des Black-Metals ist
und dazu gehört. Leider gibt’s viele Black Metal- Bands, die ohne Corpsepaint
auftreten, was eigentlich schade ist, da es stil prägend ist. Es ist ja wie
eine Art Kriegsbemalung...
Taste
Of Black: Mit welchen
Bands bist du zum Black Metal gekommen, und wie lange ist das etwa her?
Necrodaemon:
Hm, das ist schon ne ganze Weile her... Ich schätze, so im ’95 war das. Also
meine ersten Black - Metal Bands waren Cradle Of Filth, Dimmu Borgir, Mayhem,
Immortal und Dark Funeral.
Taste
Of Black: Was bedeutet
Black Metal für dich ganz persönlich und was macht Black Metal so speziell,
auch gegenüber von anderen Metal-Stilen?
Necrodaemon:
Black Metal ist brutal und gewalttätig. Ich kann darin meine Aggressionen
freisetzten und verarbeiten. Es ist das beste Mittel, wenn man ’ne riesen Wut
oder Hass hat, ’ne schnelle harte BM Scheibe reinschmeissen und danach
geht’s dann wieder besser.
Black Metal ist super, der Ausdruck purer Gefühle, und (teilweise auch nicht)
vom musikalischen Können her ziemlich hochstehend.
Taste
Of Black: Black Metal
rutscht immer mehr in rechte Gefilde ab, es gibt mehr und mehr NS Black
Metal-Bands. Was denkst du darüber?
Necrodaemon:
Black Metal und Politik haben nichts miteinander zu tun, also sollte man sie
auch nicht miteinander mischen.
Taste
Of Black: Was sind deine
Ansichten über die Lebensphilosophie Satanismus? Und was denkst du über Bands,
die in ihren Texten einfach bedingungslos Satan huldigen, ohne überhaupt eine
Ahnung von der Materie zu haben?
Necrodaemon:
Ja, also wenn ich hier meine Ansichten ausführen würde, würde das den Rahmen
sprengen. Ich kann nur soviel sagen, dass es viele Mitläufer und
Hobby-Satanisten gibt, was verachtenswert ist, da diese das Ansehen der wahren
Satanisten in den Dreck ziehen und Vorurteile hervorrufen.
Solche Bands sind einfach nur lächerlich, diese bestehen meist aus eben
genannten Individuen. Entweder man versteht etwas über das, was man in den
Liedertexten schreibt, was auch immer das Thema sein mag, oder man lässt es
lieber ganz sein.
Taste
Of Black: Ist es Zufall,
dass eure Band Bloody Blasphemy heisst und ein Demo den Namen „God Dethroned“
trägt, und dass es eine holländische Death Metal-Band gibt, die God Dethroned
heisst und eine Scheibe namens „Bloody Blasphemy“ herausgebracht hat?
Necrodaemon:
Als Reghrav die Band gegründet hatte, kannte er die Band God Dethroned noch gar
nicht, und das Album „Bloody Blasphemy“ von God Dethroned war dazumal noch
gar nicht erschienen. Daher hat eigentlich der Bandname nichts mit der Death Metal-Band zu tun. Aber dass er das Demo dann „God
Dethroned“ nannte, war gewollt.
Taste
Of Black: Du spielst ja
nebenher noch den Bass bei Leviathane. Welche Band geniesst Priorität?
Necrodaemon:
Ja, das ist schwierig zu sagen, ich benachteilige keine der Bands, aber es ist
halt so, dass ich bei Bloody Blasphemy eine aktivere Rolle spiele, da ich da ja
auch Gitarre spiele, und bei Leviathane nur Bass. Als Bassist kann man ja nicht
soo viel in einer Band beitragen, was jedoch nicht heisst, dass ich mich nicht
einsetze.
Taste
Of Black: Sind neben dem
bald erscheinenden neuen Demo „Black Spells“ noch weitere Veröffentlichungen
in naher Zukunft geplant?
Necrodaemon:
Ja sicher.
Taste
Of Black: Was sagst du zu
christlichen Black Metal-Bands (gibt’s tatsächlich!)?
Necrodaemon: Das ist Blasphemie, christlicher Abfall hat nichts im Black Metal - Sektor zu suchen. Solche Individuen, die so handeln, sind höchst behinderte Geistesgestörte. Diese gehören von der Bildfläche weg und in den Sondermüll entsorgt.
Taste
Of Black: Welche Bands aus
der Region kannst du mir empfehlen?
Necrodaemon:
Atritas, Darkmoon,
Taste
Of Black: Abschliessende
Frage: Welche ist deine aktuelle Lieblings-CD?
Necrodaemon:
Sehr schwierige Frage, da ich musikalisch sehr vielseitig bin. Ich nenn jetzt
mal einfach meine aktuellen Favoriten:
Deeds of Flesh: “Reduced To Ashes”
Setherial: “Nord”
Emperor: “Emperial Live Ceremony”
Blood Red Throne: “Affiliated With The Suffering”
Taste
Of Black: Und die berühmten
letzten Worte gehören selbstverständlich dir:
Necrodaemon:
Ja, was soll ich da noch sagen. Vielen Dank für das Interview, ich hoffe, ich
konnte deine Fragen beantworten. Ich möchte allen danken, die uns bis jetzt
unterstützt haben, und auch denen, die uns noch unterstützen werden.

Discography
God Dethroned (2003)
Black Spells (2004)
