BESTIAL TORMENT "Revelation Of Morbid Warfare" (2011)

1. Moribound
2. Cemetary Screams
3. Chainsaw Resurrection
4. Incubator Of Hell
5. Combat Disciples 
6. Crown Of Sulphur
7. Sonic Aggressor
8. Thresholds Of Pain
9. Crown Of Sulphur
10. Sonic Aggressor
11. Chainsaw Resurrection
12. The Eye Of The Storm
13. The Excommunicator
14. Moribound
15. A Night Of Bestial Torment
16. Incubator Of Hell
17. Cemetary Screams
18. Terror From Below

(62:42/ Death Fiend Productions)

Dieser Tage erschien mit vorliegendem Tondokument eine ausgezeichnete Retrospektive auf das Schaffen einer der wichtigsten Schweizer Vertreter extremen Stahls, die nicht nur für Leute wie mich, welche das Bestehen von Bestial Torment komplett verpasst haben, äusserst wertvoll ist. Die kampfstiefelbewehrten Hosen stecken knietief im Sumpf der alten Schule, das aggressive, zuweilen chaotisch-stürmische Gebräu marschiert meist ohne Kompromisse auf die Zwölf, ergänzt um pechschwarze, zähe langsame Passagen. Auf sämtliche Trends wird mit Vehemenz geschissen, und trotz der Räudigkeit des Materials wird zu keiner Sekunde stumpf geprügelt. Der Solothurner Todesschwadron zerstört mit System, mit Hingabe und fleischgewordener Authentizität. Wer jemals ein (ehemaliges) Mitglied von Bestial Torment kennengelernt hat, weiss, dass selbige - das gilt im Übrigen für die nicht minder starke Nachfolgetruppe Forgotten Chaos ebenso -  immer zu zweihundert Prozent genau diese Attitüde verkörpert haben und nach wie vor verkörpern: extremer Metal in der Schnittmenge aus Black und Thrash, der auf Durchschlagskraft anhand der ursprünglichen Stilmittel setzt. Dass der Haufen zuweilen auch gerne ziemlich durchgeknallt agierte, wird nicht nur anhand der im Booklet kurz abgerissenen Biographie, sondern auch anhand der Musik selbst deutlich. Teilweise komplett verzerrter Bass, vollkommen entfesselter Gesang in sämtlichen Spektren und im Kern simple, aber grandios effektive, messerscharfe Riffs, dazu brutales, manchmal geil punkiges Drumming. Es gibt wenige Bands, die diesen Stil heute noch mit derselben Hingabe und auch mit demselben Können pflegen. Muss ich erwähnen, dass sämtliche Aufnahmen komplett naturbelassen und echt festgehalten wurden? Muss ich erwähnen, dass man jederzeit das Gefühl hat, Bestial Torment stünden direkt vor einem auf der Bühne eines kleinen, finsteren, nach Bier und Schweiss stinkenden Untergrundschuppens und bliesen einem die Rübe weg? Muss ich erwähnen, dass das Artwork verdammt kultig geraten ist? Muss ich erwähnen, dass Bestial Torment ein Paradebeispiel für die richtig(e) alte Schule des Black Metal sind? Muss ich erwähnen, dass die Songs, von denen einige auch den Weg ins Forgotten Chaos-Set gefunden haben, zeitlos intensiv und gut sind? Muss ich erwähnen, dass Schöngeister von dem gnadenlosen Stil Bestial Torments fluchtartig das Weite suchen dürften, Vertreter der wahren Zunft hingegen mit gierigen Greifern nach "Revelation Of Morbid Warfare" grapschen dürften? Und muss ich erwähnen, dass eine Benotung des vorliegenden Werks schlicht und ergreifend irrelevant ist? Ich glaube nicht.

Line-Up: Sarcamon (Gesang 2000-2005), Gorekommandant (Gitarre 2000-2005), Schinder (Bass, Gitarre 2000-2005), Schlagbohrer (Schlagzeug, 2001-2005), Grober Unfug (Bass 2003-2005), The Ghoul (Schlagzeug 2000)

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