ALL THE COLD "One Year Of Cold" (2010)

1. Last Winter
2. Through The Dead World
3. Coldly To Heart
4. New Day Without Me
5. Message Of Silent Space
6. Last Sun Before Polar Night
7. 1941-1944. Kola North. War.
8. Nurman (Hymn Of Cold Northern Town)
9. Kingdom Of Snow

(68:24/ Kunsthauch)

Eine sehr schöne Zusammenstellung des bisherigen Schaffens dieses Zwei-Mann-Trupps, dessen Musik sich nur teilweise als Black Metal definieren lässt. Getragen, langsam, schwer, düster, emotional und dunkel schlängeln sich die neun Kompositionen um das Ohr des Hörers, fesselnd und stimmungsvoll, genauso stimmungsvoll wie die wunderbaren Bilder im Booklet, welche das Klangbild von All The Cold perfekt visualisieren. Lichtlosigkeit und Traurigkeit, schwermütiges Sinnieren, gedankenschweres Wandern durch menschenleere Landschaften, dies sind die Assoziationen bei Einfuhr dieser schweren, aber ergreifenden Tonkunst. Trotz der Schwere liegt in den 9 Stücken eine Wärme, die zuweilen fast schon meditativen Charakter annimmt. Die klaustrophobische Stimmung, die von manchen Liedern ausgeht, erinnert zuweilen etwas an die kranke Genialität von Burzum. Rasiermesserscharfe Melodien, die sich krallengleich ins Gehirn bohren, manchmal paradoxerweise umgarnt von zarten Keyboardklängen, meist nur rudimentärer, entfernter, verzerrter Kreischgesang, manchmal verrückt hoch. All The Cold: anmutige Gestalt mit dämonischem Schatten. Der Beginn von "Coldly To Heart" beispielsweise ist gleichermassen wunderschön wie tieftraurig, zerstörerisch und schöpferisch zugleich. Andere Stücke, "New Day Without Me" beispielsweise, sind in der genauen Schnittmenge aus Black Metal und purem Ambient gelegen, einlullend, ruhig, betörend. All The Cold erschaffen fantastische Welten, in die es sich lohnt, mit voller Wucht einzutauchen und zu versinken.

Line-Up: Winter, Nordsjel

9,3/ 10