ADRIFT "Sulphur Seas" (2006)
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1. Sulphur Seas |
| 2. Sky Fall | |
| 3. Desert | |
| Sulphur Waves | |
| Inferno I |
(31:33/ Eigenproduktion)
Interessant. Das Ein-Mann-Projekt Adrift hat sich der ultimativ sphärischen Ausgabe des Black Metal verschrieben, ich bin geneigt, die Chose Ambient Black Metal zu nennen, besteht doch "Sulphur Seas" im Wesentlichen aus Klangteppichen, die das Versatzmuster des Schwarzmetalls aufweisen. Erhabene, zuweilen ins Psychedelisch abdriftende Synthie-Teppiche und betörende Klavier-Klänge - oft in Verbindung mit zwielichtigen Samples - legen sich über bis zum Anschlag verzerrte Gitarren, komplett irren, künstlich verfremdeten Gesang, und im Hintergrund tackert ein Drumcomputer, der die sterile und kalte Atmosphäre dieses Halbstünders perfekt untermalt. Etwas besser produziert hätte er allerdings schon sein können. "Sulphur Seas" muss als Gesamtkunstwerk verstanden und betrachtet werden, einzelne Lieder aus dem Zusammenhang zu reissen würde der Intention dieser Scheibe meiner Meinung nach nicht gerecht werden. Melancholisch, verstörend und auf eine sehr besondere Art und Weise psychisch berührend ist das Wesen von "Sulphur Seas", das bevorzugt in dunklen Stunden angehört werden sollte. Nadir, der für die gesamte Musik verantwortlich zeichnet, lotet die Grenzen der elektronischen Einflüsse gekonnt aus, auch wenn sich nach und nach einige Längen einfinden und das abschliessende Gewabber "Inferno I" (eingeleitet durch minutenlange Stille) eher überflüssig ist. Das mag aber den speziellen Eindruck von "Sulphur Seas" nicht zu trüben. Adrift bewegt sich sicherlich an der absoluten Grenze zu dem, was Black Metal genannt werden darf und kann, trotzdem oder gerade deswegen hat die Band ihre Daseinsberechtigung.
Line-Up: Nadir (alle Instrumente)
7,5/ 10